ANTIFA an der TU Berlin
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>> Klappe die Zweite - Selbstdarstellung der Antifa TU Berlin

Nachdem antifaschistische Praxis auf dem Campus, in den Vorlesungssälen, Unibibliotheken und in der Mensa einige Jahre nicht offenbar war und vielmehr ruhte, packen wir es erneut an. Schließlich gibt es genug zu tun! So ist auch eine Technische Universität Berlin schließlich nur ein gesellschaftlicher Mikrokosmos mit all seinen nicht hinnehmbaren Auswüchsen. Die Ellenbogen-Gesellschaft hat längst schon auch bei den Studierenden Einzug gehalten: In Zeiten, da Studiengebühren vor der Einführung stehen und die Regelstudienzeit möglichst eingehalten werden sollte, ist sich jedeR selbst der/die nächste. Dass bei diesem elitären Run durch die Institutionen viele auf der Strecke bleiben, ist klar.

An der TUB treten genau dieselben Ressentiments zu Tage wie überall sonst in der Stadt. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, faschistische Einstellungen und andere diskriminierende Tendenzen werden von allen transportiert und gefördert: ProfessorInnen, universitären MitarbeiterInnen, HausmeisterInnen, den KassiererInnen in der Cafeteria und nicht zuletzt den Studierenden.

Eine Universität zeigt nur allzu deutlich, dass Bildung keineswegs vor Faschismus schützt, ganz gleich welcher Verkleidung er sich gerade bedient. So sind nicht selten Kommilitonen mit Kleidungsstücken der Marke "Thor Steinar" zu sehen, die von Neonazis im Umland von Berlin hergestellt, in der ganzen Bundesrepublik vertrieben und von Nazis und Unwissenden getragen werden.

Auch Burschenschaften und sonstige studentische Korporationen treiben in der Berliner Uni-Landschaft ihr Unwesen. Selten treten sie offensichtlich als solche auf, laden ganz unverfänglich zu Partys ein. Diese Männerbünde sind aber keineswegs harmlose Saufgemeinschaften, sondern elitäre Einrichtungen, in denen ihr deutschtümelnder Nachwuchs auf spätere Aufgaben in Wirtschaft, Politik und Wissenschaften vorbereitet wird. Unzählige Politiker, mehrheitlich der CDU, gingen durch diese "Schule". In den meisten Verbindungen sind Frauen nur "Anhängsel" der Männer, Nicht-Deutsche und Kriegsdienstverweigerer sowie Menschen ohne Abitur sind meist nicht zugelassen. Meist sind es auch die "schlagenden" Verbindungen - in der sogenannten Mensur werden Kämpfe mit dem Degen ausgefochten - die keinerlei Berührungsängste mit Neonazis haben und Revisionisten Vorträge halten lassen.

Richtig 'spinnert' ist jedoch die Bürgerbewegung Solidarität, kurz BüSo, die mittels verschwörungstheoretischer Ansätze ZuhörerInnen ködern will. Zunächst nicht als gefährliche Sekte erkennbar (die AktivistInnen sehen eher alternativ aus, sprechen oft englisch; BüSo war gegen den Irak-Krieg, wie die meisten Deutschen und stellte sich gegen Hartz IV), outet sich BüSo bzw. die LaRouche-Bewegung als antisemitischer Haufen, der eine israelisch-amerikanische Weltverschwörung ausgemacht haben will.

Angesichts der unrühmlichen Vergangenheit der Technischen Hochschule Charlottenburg - Vorgänger der TUB - während der Zeit des Nationalsozialismus darf Forschung zu Rüstungszwecken nie wieder zu gelassen werden. Doch auch sonst müssen wir einer zunehmenden Kommerzialisierung von Forschung und Studium entgegenwirken. Es ist fraglich, ob kritische und unabhängige Arbeit an einer Uni mit 'Volkswagen-Bibliothek' noch möglich ist.

Tatsächlich ist es mehr denn je nötig antifaschistisch zu intervenieren, sei es wenn DozentInnen Schwachsinn erzählen und als wissenschaftlich verkaufen wollen, sei es wenn rassistische Sprüche an Klotüren prangen oder ein Kommilitone mit sexistischen Andeutungen auf sich aufmerksam macht. Solltet ihr also Hinweise, Anregungen, Fragen haben oder bei uns mitmachen wollen, so meldet euch doch bitte per e-mail bei uns.

"Die Vernichtung des Nazismus mit seinen
Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens
und der Freiheit ist unser Ziel!"

(aus dem Buchenwaldschwur 19.4.45)